"Brodwörschd" - der Frankenklassiker

"Ka Grilln ohne Brodwöschd" - oder für unsere preußischen Freunde: "Grillen ohne Bratwurst ist kein Grillen!"

Aber: Wurst ist nicht gleich Wurst, das gilt besonders für die Bratwurst.

Eine echte fränkische Bratwurst ist z.B. um einiges größer als eine Nürnberger, die -wie der Name schon sagt- nur in Nürnberg hergestellt werden darf, dies ist durch eine EU-Richtline geregelt.

Die fränkische Bratwurst wurde um das Jahr 1573 erfunden, und ist bis zu 20cm lang. Der Inhalt, also das Brät aus Schweinefleisch, ist dabei relativ grob und kann auch roh als Bratwurstgehäck gegessen werden. In einer fränkischen Gaststätte muss man garnicht sagen, dass man eine Bratwurst will; bei einer Bstellung "Zwei mit Kraut" oder "Zwei mit Salat" weiß der Wirt sofort, was gemeint ist. Für alle Nicht-Franken: Salat ist in diesem Fall natürlich "Bodaggnsalod", also Kartoffelsalat.

Eine weitere fränkische Bratwurst ist die Nürnberger Rostbratwurst. Sie ist kleiner (etwa 1cm Durchmesser und 7 bis 9cm lang) als die fränkische Bratwurst; ihr Rohgewicht muss zwischen 20g und 25g liegen. Ihr typischer Geschmack entsteht durch die besondere Mayoranwürzung. Da sie kleiner ist braucht man zur Sättigung natürlich eine größere Anzahl: Bestellungen von "Sechs auf Kraut", "Zehn mit Salat" oder gleich ein ganzes Dutzend sind üblich. Traditionell wird die Nürnberger auf Grillfeuer, welches mit Buchenholz geschürt wird, zubereitet. Weiterhin kann man die Nürnberger Bratwürste an diversen Straßenverkäufen im Brötchen (Weggla) kaufen, die Bestellung lautet entsprechend "Drei im Weggla" (übliche Bestellmenge).  

Dies sind im Wesentlichen die gängigen Würste die es verdient haben "Bratwurst" genannt zu werden, und denen als einzige die Ehre zusteht auf einen ordentlichen fränkischen Grillrost gelegt zu werden.