Interview mit hobbymap.de zum Theme Grillen und dem "Verein zur Erhaltung der Fränkischen Grillkultur"

hobbymap.de bedankt sich für das Interesse und die Beantwortung der Fragen. Hier nun die Fragen:

Sie sind der Schriftführer des Vereins zur Erhaltung der Fränkischen Grillkultur. Erzählen Sie uns etwas über den Verein, wofür steht dieser und was bietet er für seine Mitglieder an.  

Der Verein zur Erhaltung der Fränkischen Grillkultur wurde im Jahr 2004 von einer Gruppe von Freunden gegründet. Hintergrund waren gemeinsam abgehaltene Grillabende und der Gedanke diese zu institutionalisieren. Über die Jahre wuchs die Mitgliederzahl und heute zählen wir 71 Grillbegeisterte (Stand 12.02.2011). Die Frauen in unseren Reihen beweisen, dass Grillen keine reine Männersache sein muss.
Man mag sich nun fragen, was den das Besondere an der fränkischen Grillkultur ist, dass man diese erhalten müsste? Der Franke gilt ja als eher wortkarg und emotionslos, doch das ist nicht der Fall. Bei fränkischem Bier und Fleisch vom Grill blüht er auf! Als Merkmale des fränkischen Grillens haben wir für uns definiert, dass wir auf Holzkohle grillen, da wir nichts von Gas- oder Elektrogrills halten. Des Weiteren verwenden wir Produkte aus der Region und grillen diese zu jeder Gelegenheit, jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. Für uns gehört der Grill zu jeder Feier, sei es nun anlässlich eines Geburtstages oder weil im Dorf Kärwa, Kirchweih, ist.
Wir haben ein aktives Vereinsleben, was sich nicht nur bei einem wöchentlichen Stammtisch, sondern auch durch viele Veranstaltungen äußert. Seit 2007 richten wir die Fränkische Meisterschaft im Speedgrillen aus, ein Jahr später waren wir zum ersten Mal mit einem Grillstand auf dem Wendelsteiner Weihnachtsmarkt präsent und sind seitdem dort eine gut eingeführte Anlaufstelle für Leckeres vom Grill. Des Weiteren unterstützen wir die örtliche Feuerwehr bei deren Sommerfest mit einem Grillstand. Auch für die Mitglieder wird viel geboten, so ziehen wir am Vatertag durch unsere fränkische Heimat und befahren im Sommer mit einem Schlauchboot die Donau. Viele kleine und größere Feste, bei denen der Grill eine wichtige Rolle spielt, runden das Vereinsleben ab.

Wie ist Ihre Begeisterung für das Grillen entstanden, gab es hierfür bestimmte Auslöser in Ihrer Geschichte?

Ich kam vor einigen Jahren durch einen Freund zum Verein zur Erhaltung der Fränkischen Grillkultur und habe mich in der Runde sofort wohl geführt. Ich muss zugeben, dass das Grillen davor keine besondere Stellung in meinem Leben eingenommen hat. In meiner Familie wird in den Sommermonaten oft gegrillt, aber das würde ich nicht als ungewöhnlich oder aufregend bezeichnen. Mit der Zeit hat mir das Grillen immer mehr Spaß gemacht und ich möchte heute nicht mehr darauf verzichten. Es ist natürlich so, dass einem ein selbstgegrilltes Stück Fleisch besonders gut schmeckt. Als Franke hat man eine besondere Verbindung zu Gegrillten, da die Region für ihre Bratwürste bekannt ist.

Was macht für Sie und aus Ihrer Sicht für alle Grill-Begeisterten die Faszination und den besonderen Reiz am Grillen aus?

Die Geselligkeit beim Grillen macht den besonderen Reiz aus, da man nicht alleine abseits steht, denn ein Grill besitzt für viele eine magnetische Anziehungskraft und es dauert nicht lange bis er umringt ist. Beim Grillen ist nicht nur der Verzehr, sondern auch die Zubereitung der Speisen ein Ereignis, dass viel Spaß bereitet. Natürlich geht auch von der Urkraft des Feuers ein gewisser Reiz aus. Schlussendlich ist zusagen, dass Gegrilltes einfach gut schmeckt.

Was waren besondere Gerichte, die Sie bislang auf dem Grill zubereitet haben, außer der klassischen Grillwurst oder dem Grillsteak?

Zu den besonderen Gerichten in unserem Verein zählen das Spanferkel, welches in einem selbstgebauten Grill zubereitet wird und der Hase mit Speck. Hierbei handelt es sich um einen mit Chilisalz, Pfeffer und Paprika gewürzten, mit Zwiebeln, Knoblauch, Karotten, Petersilie und Speck gefüllten und mit Speckstreifen umwickelten Hasen der sich am Spieß über den Grill dreht. Die Nürnberger Rostbratwurst kann man schon als unser Grundnahrungsmittel bezeichnen.

Was waren bislang besonders tolle Momente bzw. Projekte, die Ihnen das Grillen und Ihr Verein beschert haben und welche Ziele haben Sie für die Zukunft?

Höhepunkt unsers Vereinsjahres ist die Fränkische Meisterschaft im Speedgrillen, die wir seit 2007 ausrichten. Speedgrillen ist eine Hamburger Idee, die wir adoptiert und an fränkische Gegebenheiten angepasst haben. Unter sportlichen Gesichtspunkten wird ein Grillnachmittag nachgestellt, was bedeutet, dass erst der Grill aufgebaut werden muss, bevor die Kohle durch ein Stück Grillanzünder und viel Lungenkraft zum glühen gebracht wird. Für eine Hälfte der, durch ein aus zwei Personen bestehende Team, gegrillten Wurst, muss sich im Publikum ein Freiwilliger finden, der diese verzehrt. Die andere Hälfte wird einer Jury vorgelegt, die eine Bewertung durchführt und gegebenenfalls Zeitstrafen verhängt. Ziel ist nicht, schnellstmöglich eine verkohlte oder angewärmte Wurst vom Rost zu holen, sondern in guter Zeit eine leckere Bratwurst zu grillen. Zum Sieger wird das Team mit der am Ende geringsten Zeit. Weiter Informationen zur Veranstaltung und ihren Regeln findet man auf unserer Homepage unter: www.grillkultur-franken.de/aktivitaeten/speedgrillen/
In der Zukunft möchten wir noch weitere Grillarten und Zubereitungsmethoden ausprobieren. Anregungen stehen wir aufgeschlossen gegenüber.

Welches Tipps würden Sie Grill-Anfängern mit auf den Weg geben? Worauf sollte man bezüglich des Grills, der Grillvorbereitungen und der Zubereitung der Speisen auf dem Grill achten, welche eventuellen Anfängerfehler gilt es zu vermeiden?

Grillen lernt man am besten beim Ausprobieren und erlaubt ist, was Spaß macht und schmeckt, sei es Fleisch, Fisch, Gemüse oder Teigwaren. Grundsätzlich sollte man auf die Sicherheit achten, besonders bei der Verwendung von „Hilfen“ wie Spiritus und anderen Brennflüssigkeiten, die immer Brandgefahr mit sich bringen. Wer hier nach dem Motto „viel hilft viel“ vorgeht, hat vielleicht eine nett anzusehende Flamme, doch erhält keine genießbare Speise. Fleisch, welches auf der  Flamme gegrillt wird, wird lediglich von außen schwarz und ungesund und bleibt inne roh und ungenießbar. Der Zeitfaktor spielt eine besondere Rolle, denn es ist immer genug davon einzuplanen. Hektik und Grillen haben nichts gemein. Besondere Grills, wie der Smoker, erfordern viel Zeit, bringen dann aber auch schmackhafte Ergebnisse.
Ich wünsche viel Spaß beim Grillen!

Tilo - Schriftführer
Verein zur Erhaltung der Fränkischen Grillkultur